SPITTELBERG

Der Spittelberg in Wien

Historisches:

Der Spittelberg war eine Vorstadt von Wien. Schon im 16. Jahrhundert wurde der  Grund parzelliert und eng mit kleinen Häusern bebaut, die nach der Zerstörung in der zweiten Türkenbelagerung (1683) wieder aufgebaut werden mussten. Hier siedelten sich Menschen an, die wenig besaßen, Dienstboten, Tagelöhner, kleine  Handwerker, aber auch gesellschaftliche Randgruppen wie Spielleute, Gaukler,  Prostituierte.

Während der Bezirk Neubau an sich Ende des 18. bis in die 30er Jahre des  19. Jahrhunderts wegen seiner florierenden Seiden-, Gold- und Silberindustrie  eine Blütezeit erlebte, war der Spittelberg europaweit für Spelunken, Glücksspiel in Hinterzimmern und Bordelle bekannt. Diesem Ruf wurde das Viertel bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts gerecht,  es war ein Rotlichtbezirk.

Die Wirtschaftskrise beendete das muntere Treiben im Viertel, die Lokale schlossen,  der Verfall begann. Ende der 60er Jahre wurde ernsthaft über den Abriss nachgedacht, einzelne Häuser  wurden abgebrochen. Nach Protesten wurde der Spittelberg 1973 unter Schutz  gestellt und in den 80er Jahren saniert.

Durch die gelungene Revitalisierung blieb ein Stück altes Wien erhalten, wie es  romantischer fast nicht sein kann. Kleine Häuser mit Barock- und Biedermeier-Fassaden, lauschige Innenhöfe mit  typischen Pawlatschen (offene Stiegenhäuser mit balkonartigen Gängen zum Innenhof), kleine Lokale  mit Schanigärten und Kunst und Kunsthandwerk in kleinen Geschäften laden zum  Flanieren und Verweilen ein.

Eines dieser alten Häuser ist Spittelberggasse 11.
Sein Hausname „Zu den zwei goldenen Kreuzen“ ist überliefert. Erbaut wurde es um 1720 (der Baukern könnte auch älter sein).

Die Barockfassade ist besonders reich dekoriert. Im kleinen Innenhof findet  man die typischen Pawlatschen, im Erdgeschoß gibt es zwei Geschäftslokale, die keine Auslagen, sondern normale Fenster haben.
In einem dieser Lokale befand sich von 2007 bis 2020 das „inside“, mit Zugang durch  den Hausflur, mit wunderschönen alten Gewölben und dem Angebot von Kunst direkt vom Künstler.

https://de.wikipedia.org/wiki/Spittelberg_(Wien)